Montag, 12. Februar 2018

The Rockies Explorer Trip

Wie nutzt man ein langes Wochenende besser als mit einem Trip in die Kanadischen Rocky Mountains? Ich weiss es auch nicht - insbesondere bei diesem einmaligen Wetter! Also los geht's auf den "The Rockies Explorer PLUS" Trip mit der Organisation West Trek.
Die ganze Angelegenheit war mit ziemlich viel Busfahren verbunden, die Route könnt ihr unten sehen :)



Am Freitag Morgen um 7.00 Uhr ging los, über Stopps in Hope und Kamloops nach Revelstoke.
Als wir von dort aus weiterfahren wollten, stellte sich und eine Lawine in den Weg und wir mussten wieder zurück. Nach einigem Hin und Her und warten auf Strassenräumungsupdates mussten wir uns geschlagen geben und unser Tourguide Erin musste so auf die Schnelle eine neue Unterkunft für 50 Leute finden. Sie hat die Herausforderung gemeistert und so konnten wir nach einem langen Tag im Bus in ein erstaunlich bequemes Bett fallen.
Von unserem Grüppchen an Austauschstudenten waren zehn mit dabei, und weil genau fünf Mädels und fünf Jungs dabei waren und immer vier Leute im selben Zimmer waren, teilte ich mir meines mit einer Italienerin, einer Japanerin und einer Taiwanerin. Fun Fact: ich war die grösste von uns vieren ;)

Darf ich vorstellen: die Lawine, die uns den Weg versperrte

Morgenstimmung im Motel

Am Samstag hatten wir dementsprechend einiges an Strecke und Aktivitäten vor uns. Das erste Highlight war die Kicking Horse Gondola, welche uns eine atemberaubende Sicht in die Rocky Mountains bescherte!


Die vier ETHler unserer Gruppe
Nach der Aussicht ging es direkt weiter an den Emerald Lake, der anscheinend eine wahnsinnig schöne Farbe hat - für uns war es weiss, da vereist und zugeschneit. Am Emerald Lake war ich auch auf dem übelst riechenden Klo aller Zeiten, von wegen in der Kälte stinkt es nicht so sehr!

Das Gruppenbild habe ich wegen Klobesuchs verpasst, aber ein Einzelbild gabs doch noch :)
schöne Sicht aus dem Bus
Ruck Zuck fuhren wir auch schon weiter, immer leicht dem Zeitplan hinterher hinkend aber dank des Sonnenscheins sehr guter Laune. Der nächste Stopp war das Mount Norquay Ski Resort, wo wir Nachtskifahren konnten. Nach einem leichten Anflug von Enttäuschung, weil die Pisten doch sehr anfängertauglich waren kam uns die zündende Idee: wir fahren einfach rückwärts den Hang runter! Es entpuppte sich als gar nicht mal so einfach, aber schon nach kurzer Zeit konnte ich einen ganz ansehnlichen Fortschritt vorweisen :D


Wer jetzt gedacht hat, der Tag sei zu Ende liegt weit daneben! Nach dem Einchecken und einer schnellen Dusche in Banff, zogen wir los um die Ortschaft unsicher zu machen. Nach ein paar gefährlich günstigen Drinks und (natürlich) gewonnenen Töggelimatches fanden wir in dem vermutlich einzigen Club Banffs ein und tanzten noch bis mich die Vorahnung des Weckers am nächsten Morgen einholte.

Das Hotel in Banff offerierte glücklicherweise ein sehr leckeres Frühstück, so waren wir gut gerüstet für den nächsten Tag mit vollem Programm. Den Start machten Two Jack and Minnewanke Lake, die ich vor lauter Kälte kaum geniessen konnte - wir waren bei ungefähr -13 Grad Celsius angekommen. Zudem muss ich sagen, dass die Seen vermutlich im Sommer noch ein bisschen spektakulärer wären. Schön sind sie aber auch im Winter :)

Two Jack Lake
Minnewanka Lake (mit Alba und David)
Auf dem Weg durften wir noch "elks" eine Nordamerikanische Hirschart bestaunen
Leicht durchgefroren kamen wir schliesslich nahe Banff bei den Hot Springs an. Die ersten paar Schritte in den 39 Grad warmen Pool verursachten einen üblen Kuhnagel, aber danach wars angenehm. Für etwa zehn Minuten, dann begann ich mich zu fühlen wie ein Ei das gekocht wird (mein Blutdruck wurde auch unter Probe gestellt, hat die Prüfung aber erfolgreich gemeistert).
Zurück in Banff genossen wir unser wohlverdientes Mittagessen. Auch bei Tag ist Banff wirklich ausserordentlich hübsch und sehr zu empfehlen!

Die ursprünglichen Hot Springs wurden zur ersten Tourismus Attraktion in Banff
Die Hauptstrasse in Banff mit pittoreskem Hintergrund
Nach der Verpflegung fuhren wir zum Johnston Canyon, der mit gefrorenen Wasserfällen lockt. Nachdem wir zum Lower Fall spaziert sind, kam uns die geniale Idee, wir könnten auch noch zum grösseren gehen... oder eher rennen, weil die Zeit ziemlich knapp war. So wandelte sich der Spaziergang mir nichts dir nichts in ein ausgewachsenes Workout um - wir wurden belohnt mit einem ziemlich eindrücklichen Wasserfall. (ist ein Wasserfall immer noch ein WasserFALL wenn er sich nicht bewegt?)

Upper Fall - Leute rechts im Bild als Grössenvergleich
Die Crew, leicht ausser Atem aber happy
Mit dem Lake Louise stand noch ein weiterer See auf der Liste. Dies ist allerdings ein besonderer: Laut National Geographic, ist es der meistfotografierte See der Welt. Wir konnten auf dem Natureis Schlittschuh laufen bis uns alles einfror (Stand: -17 Grad). Spass hat es dennoch gemacht, auch wenn mein Durchhaltevermögen von der ganzen Kälte schon ein bisschen geschwächt war.





Im Bus konnten wir uns wieder ein bisschen aufwärmen und uns endlich auf die Mountain View Cabins in Golden freuen, in welchen wir eigentlich schon die erste Nacht hätten verbringen sollen. Und ich habe mich sofort in sie verliebt! Einfach schnuckelig :D Am Campfire gabs noch S'mores (Graham Cracker mit Schokolade und geschmolzenem Marshmellow in der Mitte, ich liebe es!) und einen Schneeschuhspaziergang. Bei letzterem hatten wir freie Sicht auf den Wolkenlosen Sternenhimmel. Es war schlicht und einfach traumhaft!
Auch heute (Montag) Morgen war die Stimmung wunderbar, die Sonne tauchte die umliegenden Berge in die schönsten Farben... Nebenbei verzeichneten wir auch noch die Rekordtemperatur des Trips mit -24 Grad Celsius. Das ist sehr kalt. So kalt, dass die Tür unseres Cabins einfror und wir von aussen gerettet werden mussten, und dass die Luft beim Atmen sogar im Bus kondensierte am Anfang! Dennoch, diese Sicht war alles wert:




Schliesslich verbrachten wir den restlichen Tag wieder mit dem ein oder anderen Halt im Bus, bis wir nach eineren weiteren Busfahrt bis zur UBC wieder im schönen warmen zuhause ankamen :) Es war ein wirklich tolles Wochenende mit einer guten Truppe und genialen Landschaften!

Montag, 5. Februar 2018

One month complete!

Schon wieder sind zwei Wochen vergangen - oder erst? Je nachdem über was ich gerade nachdenke, kommt es mir so vor als ob die Zeit fliegt oder im Schneckentempo vergeht, wobei ersteres dann doch meistens überwiegt. Zwei von sieben Midterms (ja ich weiss, das ist furchtbar viel) sind schon vorbei, ab jetzt habe ich fast jede Woche einen... Auch sonst bleiben die wöchentlichen Hausaufgaben aufwändig und ein bisschen mühsam.
Zum Glück veranstaltet "The Dog Den" sogenannte Dog Therapy Session, bei denen man sich einen Platz für ein Viertelstündiges Hundestreicheln buchen kann, was für mich als Hundeliebhaberin eine super Sache ist! Gerade heute war ich zum zweiten Mal dort, das Konzept überzeugt mich total :D

Und obwohl, oder wohl eher genau weil das Wetter hier meistens mässig bis miserabel ist, freut man sich umso mehr über jede sonnige Stunde! Vancouver ist eine so tolle Stadt, dass ihr sogar Regen nichts anhaben kann, aber bei schönem Wetter ist es ein wahrer Traum!

UBC Rose Garden
Steimannli bauen am Wreck Beach

Das kulinarische Highlight der letzten Wochen war der Cinnamon Bun, der als bester von Vancouver angeschrieben ist - ein Gaumenschmaus!

Grounds for Coffee ist einen Besuch wert!

Nach diesem gebackenen Traum konnte ich mich natürlich nicht lumpen lassen und bin selbst in die Küche gestiegen. Ich würde mir nicht anmassen, den Cinnamon Bun zu kopieren, also habe ich mal mit einem bekannten Leckerbissen angefangen: Zopf :D Ist allerseits sehr gut angekommen und ich war stolz auf mich, dass ich auch die kanadische Hefe bezwungen haben (einige wissen vielleicht von meinen früheren Kämpfen mit nicht aufgehenden Teigen...) Übrigens: inzwischen habe ich sogar eine Blaubeerkonfi gemacht, die herrvorragend zu Zopf passt!


Ansonsten war ich ein erstes Mal im Hundeglück (noch vor der Dog Therapy), als meine Mitbewohnerin einen drei Monate alten Pitbullwelpen hütete, der war ja so was von herzig! Ihr könnt euch vorstellen, ich habe mich sofort in das Energiebündel verguckt und war schon ein bisschen traurig als sie wieder nach Hause gehen musste...

Darf ich vorstellen: Nina

Das tolle hier ist, wenn man etwas unternehmen will, gibt es immer eine Möglichkeit! Schnupperkurse in verschiedenen Tanzclubs (ich werde mich vermutlich den UBC Swing Kids anschliessen und mich im Lindy Hop üben), Public Ice Skating, Game Nights im Bookstore oder diverse Parties auf dem Campus... Die Game Night ist auch etwas ganz lustiges, da kann man einfach hingehen und mit Freunden Brettspiele spielen, was ich zuhause viel zu selten mache! 

Die Schwierigkeit bei diesem immensen Angebot ist es, a) nicht den Überblick zu verlieren, und b) eine Balance zwischen Trubel und Zeit für sich zu finden. Bei mir ist es momentan noch ein bisschen nach dem Alles oder Nichts Prinzip, aber ich habe ja noch ein Bisschen Zeit um das auszuklügeln :D

Zum Schluss noch ein Touriföteli von meinem letzten Besuch in Whistler ;)

Montag, 22. Januar 2018

Zwischen Alltag und Abenteuer



Die Vorlesungen sind in vollem Gange, Quizzes und Readings und alles Mögliche wollen gemacht werden und die Midterms sind auch nicht mehr so weit weg wie auch schon. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel mehr Arbeit während dem Semester ansteht im Vergleich zur ETH
Dennoch will ich meinen Austausch geniessen so gut es geht und mir auch immer wieder mal Zeit freischaufeln um Neues zu erleben und Vancouver und Umgebung zu erkunden.

So probierte ich im Rahmen der Free Week von Bootcamp bis Zumba jeden Tag einen anderen Kurs aus, und habe mich im Endeffekt für Dancehall entschieden! Ebenso habe ich mir Ski Equipment gekauft und war auch schon einen Tag in Whistler!

Happy Joana in Whistler

Gemütliches Kaffee in unserer Residenz (macht auch guten Kaffee)

Ein weiteres Highlight war die Gala von Skate Canada, den nationalen Eiskunstlaufmeisterschaften. Bei diesem Anlass haben wir die besten fünf in den Kategorien Men, Women, Couple und Ice Dance bewundern dürfen - ein Spektakel! Nur ein paar Tage später fand im selben Eisring das Winter Classic an. Das Eishockey Team der UBC, die UBC Thunderbirds, das Team von Letherbridge besiegten.

Stimmung an der Skate Canada Gala
Pre-Party für das Winter Classic Hockey Game

Zwischendurch findet sich doch auch noch etwas Zeit, um den Campus ein wenig zu erkunden. Wir haben zum Beispiel dem Wreck Beach (eigentlich ein Nacktstrand, der Jahreszeit sei dank waren aber nur einige wenige Blüttler unterwegs) einen Besuch abgestattet. Zumindest die Natur ist sehr sehenswert dort!




Auch in der Küche werde ich immer geübter, sodass ich mir regelmässig gross koche und dann eine halbe Woche praktisch dasselbe esse - ein Hoch auf die Erfindung des Tupperware! Bei meinem Versuch, Kokosöl in der Mikrowelle zu schmelzen ist diese zwar drauf gegangen (ich habe nichts verkehrt gemacht, ehrlich!) aber dank einem sehr guten Maintenance Service besitzen wir nun eine neue.

Inzwischen war ich auch noch ein zweites Mal in Whistler, wobei die Temperaturen tiefer, der Schnee besser und die Skis gewachster waren - ein voller Erfolg!

Schoggi Mélange in der Roundhouse Lounge auf dem Whistler Mountain

Montag, 8. Januar 2018

Kleine Joana auf grossem Campus

Am 2. Januar haben wir unsere Sachen wieder zusammengepackt und haben uns auf den Weg zur UBC (University of British Colombia) gemacht um dort unsere Zimmer für die nächsten vier Monate zu beziehen. Vorhanden war ein nur sehr wenig, weshalb wir uns schon bald mal auf die Suche nach Bettzeug machten. Der Ausflug startete mit einem "Milchkaffee", der mich doch ein wenig zum schmunzeln brachte. Danach stürzte wir uns in den ziemlich überfordernden Bed Bath & Beyond Store, wurden aber tatsächlich fündig und müssen deshalb nicht auf einer Blanken Matratze schlafen!



Panoramabild meines grosszügigen Zimmers nach einer ersten Auspackaktion.
Blick auf unsere Einheit in der Fairview Residenz.

Schon am nächsten Tag begannen die Vorlesungen, die sehr viel schulischer sind als bei uns - mit Hausaufgaben, die man abgeben muss, Prüfungen während dem Semester und Professoren die viele Fragen stellen. Zwischen den einzelnen Lektionen war es ein richtiges Rumgerenne auf dem riesigen Campus. Allgemein läuft man ziemlich viel, auch weil die Fairview Residenz etwa zehn Minuten vom Zentrum der Campus entfernt liegt. Meine Health App zeigt in der letzten Woche durchschnittlich 14'500 Schritte an pro Tag, was mehr als das Doppelte von meinem Zürcher Laufpensum ist.

Etwas tolles an der UBC sind die vielen Studentenvereine, bisher bin ich beim Exchange Student Club beigetreten, der insbesondere in der ersten Woche viele Events organisiert, bei denen man sehr viele andere Austauschstudenten kennenlernt. Es ist sowieso viel einfacher, Austauschstudenten kennenzulernen, weil die genauso Freunde suchen wie man selbst.

Klassisches Vancouver Wetter auf der Downtown Walking Tour mit dem ESC
YOEO @ Koerner's Pub - unsere erste Party auf dem Campus

In meinen Augen die beste Aktivität war das Archery Tag am Sonntag! Dabei muss man sich in Teams mit Pfeil (mit Polster natürlich) und Bogen abschiessen, und versuchen das ganze gegnerische Team auszuschalten - ein Riesenspass!

Die Mädels des Teams "SameSun" bereit für den Kampf

Inzwischen habe ich es auch geschafft, mich in einen Laborkurs einzutragen. Auch wenn das ein bisschen eine Zangengeburt war - it's done!
Ansonsten findet diese Woche noch die Free Week statt, das heisst man darf viele Sportkurse umsonst ausprobieren. Danach kosten sie leider (ein hoch auf unser geniales ASVZ sei hier angebracht).

Zum Schluss noch ein Wort zum Wetter: normalerweise regnet es so zwei drei Stunden am Tag NICHT. Mein neuer bester Freund heisst also Regenschirm ;)



Montag, 1. Januar 2018

Joana on The Road 2.0


Vor einem Jahr habe ich die Bewerbung für ein Austauschsemester in Vancouver eingereicht - und jetzt bin ich schon hier, in der wärmsten Stadt Kanadas. (Es ist trotzdem ziemlich kalt)
Zusammen mit Lukas, der mit mir studiert, sind wir in unserem Hostel angekommen und haben schon ziemlich bald festgestellt, dass es nur so wimmelt vor Austauschstudenten! Voller Freude wollte ich mich in Unterhaltungen stürzen, musste aber leider feststellen, dass meine Stimme andere Pläne hatte. Mit viel Tee und ein bisschen Gewalt brachte ich meine Stimmbänder doch noch zum schwingen und lernte schon schnell viele tolle Leute kennen, streifte durch einige Quartiere in Vancouver und feierte abends im Hostel mit den anderen Studenten oder Backpackern.


Wunderbare Sicht aus dem Flugzeugfenster während einigen Stunden

Der Markt auf der Granville Island ist eine Augenweide! Leider hat es geregnet, da war die Lust zum weiteren herumspazieren begrenzt.

Die erste Aktivität mit den Leuten vom Hostel: Ice Skating. Hier zeige ich gerade meine Qualitäten als Lehrerin ;)

Tag zwei war zum Glück schon viel sonniger, hier mit zwei Roommates aus dem Hostel im Queen Elizabeth Park

Abends in der Hostelbar mit anderen Austauschstudenten - die ETH ist hier mit 4 von 10 Leuten ziemlich gut am Start! (ganz links ist übrigens Lukas, sonst sind noch Spanien, Australien, Liechtenstein, Holland und Frankreich vertreten)

Sicht aus dem Stanley Park, im Hintergrund erkennt man knapp noch die Lions Gate Bridge

Das beste Essen bis jetzt: eine leckere Poker Bowl aber in Form eines Burritos...  Yummy!

Vancouvers Feuerwerk zusammen mit ungefähr 100'000 anderen, es war trotz Sardinen-Feeling schön :)

Das Bemerkenswerteste an meinen ersten ersten fünf Tagen in Vancouver war allerdings klar die Teilnahme am alljährlichen Polar Bear Swim in der English Bay (ja genau, im Pazifik). Das Wasser war mit 6° Celsius sogar noch wärmer als die Luft, die gerade mal 1° Celsius warm war. Gemeinsam mit gefühlt zehntausend anderen stürzten wir uns mit Huronnengeschrei in den Ozean, um knappe dreissig Sekunden später bibbernd wieder zu unseren Kleidern zu rennen. Fazit: einmaliges Erlebnis, war das Frieren absolut wert!

Nach getaner Schlacht mit Lukas und Hector
Nach diesem tollen Einstieg in mein Abenteuer beginnt morgen mit dem Einzug ins Student Housing der offizielle Austausch. Ich hoffe, dass ich dann neben dem ganzen Studieren noch etwas Zeit haben werde um Vancouver und Umgebung zu erkunden!

Montag, 27. April 2015

Buenos Aires zum Abschluss - Don't cry for me Argentina

Wie schön war es, nach dieser grauenhaften Nacht ins supergemütliche Bett von Martina zu fallen und drei Stunden später mit der Mitteilung geweckt zu werden, das Mittagessen sei bereit. Ich fühlte mich wie im Paradies! Nach dem Essen war Mädelsnachmittag angesagt, wir spazierten durch die Quartiere Palermo und Recoleta und konversierten über Gott und die Welt. Unter anderem statteten wir dem Friedhof Recoleta einen Besuch ab - bei Tag sieht er mit seinen ganzen Häuschen hübsch aus, wie eine kleine Stadt. Nächtens würde ich allerdings eher auf einen Besuch verzichten...

      

Abends machten wir uns beret für den Ausgang, voller Energie und Elan. Es sollte aber leider schnell ein Ende finden, denn in der Bar wurde Martu nach kürzester Zeit ihr nigelnagelneues IPhone gestohlen! Kaum zu fassen :( Also traten wir den Rückzug an und schauten uns zuhause noch einen Film an.

Am Samstag gings dann ab nach Newman ins Wochenendhaus der Cardinals. Dort war erst einmal relaxen angesagt! Zwar ist hier schon Herbst, aber es fühlte sich eher wie Sommer an, denn das Thermometer mass immerhin knapp 30° C zur heissesten Zeit...

       

Etwas aktiver waren wir am Sonntag, denn wir drehten einige Runden im Club - Martu mit Rollerblades und ich joggend, was ziemlich anstrengend war. Der springende Punkt ist: danach fühlt man sich einfach gut :) Da der Sonntag Wahlsonntag war, begleitete ich Martu und Paul zum wählen, denn in Argentinien muss man mit seiner ID an einem Wahlort auftauchen und dort persönlich seine Stimme abgeben. Ansonsten machten wir noch ein wenig Homekino und zum Abendessen gab es das obligatorische Sonntagssushi (war schon bei meinen letzten Besuchen immer so)

                              
  
                                     

        

Am Montagmorgen um 8.30 Uhr besuchte ich eine öffentliche Clase de Gimnasia, weshalb mir am Dienstag dann alles wehtat. Später ging ich mit Martu auf Shoppingtour und kaufte mir unter anderem tolle Schuhe. Überglücklich kam ich zuhause an, packte die Schuhe aus.... Und merkte, dass mir die gute Dame im Laden zwei linke Schuhe mitgegeben hatte. Na super! Aber immerhin hatte ich es bemerkt, bevor ich in der Schweiz war, denn so konnte ich nochmals hingehen und den einen linken Schuh gegen einen rechten umtauschen :D Den Nachmittag verbrachte ich wieder mit Martu, während ich mir am Abend nochmals Zeit nahm, mit allen der Familie über Gott und die Welt zu gesprächeln.

29. April 2015 - so oft hatte ich dieses Datum als mein Abreisetag genannt, und nun war es schon so weit. Am Morgen war nochmals Workout angesagt, bevor ich mein Rucksack packte (was erstaunlicherweise ziemlich schnell und problemlos ging). Zum Mittagessen hatte ich mit einem alten Freund aus Mendoza abgemacht und für die Mediatarde (Zvieri) mit einer Kollegin aus der Schweiz, die momentan hier wohnt. Dies war ein wunderbarer Abschluss. Nun sitze ich im Wohnzimmer in der Strasse Billinghurst und in wenigen Minuten gehts ab an den Flughafen. Kaum zu glauben. Nebenbei: es regnet in Strömen!

Tschüss Argentinien, Tschüss Lateinamerika, aus die Maus die Reise ist zu Ende. Es war eine unglaubliche Zeit, die ich in vollen Zügen genossen habe, und nie vergessen werde!

Freitag, 24. April 2015

Córdoba

Mit etwa einer Stunde Verspätung kam ich am Mittwochmorgen in Córdoba an. Als erste Aktion erstand ich gleich das Busbillet nach Buenos Aires. Nummer zwei auf der Liste war ein Hostel, und auch das war ziemlich schnell erledigt (ein Block vom Terminal entfernt). Ich liess also meine Sachen dort, informierte die wichtigsten Leute über meine heile Ankunft und dann gings ab auf Besichtigungstour! Die erste Station war der Parque Sarmiento, welcher mir ausserordentlich gut gefiel, insbesondere der kleine See mit der Insel in der Mitte.

        
 
        

Danach kam das erste Museum an die Reihe, das Museo de Sciencias Naturales, welches mir auch gut gefiel. Ich spazierte eine ganze Weile in Richtung Peatonal (Fussgängerzone), wo sich auch die Kathedrale befand (die ich selbstverständlich besichtigte)

                                           
  
Unweit der Kathedrale befand sich das Museo de la Memoria, das ich unbedingt besichtigen wollte. Nur leider fand ich es nicht auf Anhieb, so dass ich beschloss, erst mal etwas zu essen. Gestärkt und ein wenig ausgeruht fand sich das gute Museum dann ziemlich einfach, und es hat sich also gelohnt, nicht aufzugeben! Das Museum widmet sich den Verhaftungen und Entführungen des Polizeidepartements während der Militärdiktatur 1976-1983. Sehr eindrücklich gestaltete Ausstellung in den Originalgebäuden der früheren "D2", wie sich die Polizei nannte. Der Raum auf dem Foto ist gefüllt mit Portraits von Verschwundenen. In einem anderen Raum hat es eine Art Briefkasten, wo man mitteilen kann, falls man irgendwelche Informationen zu jemandem hat. War sehr berührend.

       
 
Nach einem weiteren Fussmarsch kam ich zur Plaza de Independencia, mit der Municipalidad (Gemeindeverwaltung, wahnsinnig hässliches Gebäude) und dem Gericht. 
Des Weiteren gönnte ich mir eine Tour durch das Historische Museum der Universität, was mich ganze CHF 1.10 kostete. Die Führung war interessant, wenn auch das Englisch des Guides etwas schwer zu verstehen war. Mit auf der Führung waren zwei Franzosen, beide auch alleine unterwegs, denen ich mich dann für das vierte und letzte Museum anschloss, einem Kunstmuseum. Es waren tatsächlich auch einige sehr gute Bilder ausgestellt, aber das tollste am Museum war das Haus an sich, ein halber Palast. Und es hatte so eine Treppe, wo in den Filmen immer die Prinzessinnen mit ihren langen voluminösen Kleider herunterschweben.

Fix und fertig (vier Museen plus Kathedrale pus das ganze Rumgelaufe!!) kam ich wieder im Hostel an, wo ich Leute kennenlernte, die gerade am Kochen waren, und mich einluden, mit ihnen zu essen. Sehr gerne, vielen Dank :D Mein Wunsch nach Schlaf sollte sich allerdings erst ziemlich spät erfüllen, denn bis fast fünf Uhr morgens führten wir im Hostel mehr oder weniger hochstehende Konversationen.
Nichtsdestotrotz stand ich am nächsten Morgen um neun auf, denn der Koch vom Vorabend hatte angeboten, mich nach Carlos Paz, etwa eine Stunde von Córdoba, zu begleiten. Ein hübsches Städtchen.

       

        

Nebenbei: in einem Laden gaben sie uns einen Alfajor zum probieren. Das war ohne Witz der beste Alfajor, den ich je gegessen habe! Ich konnte nicht anders als eine Schachtel zu kaufen.
(Alfajor ist im übrigen so was wie ein Guetzli-Sandwich, meistens mit Dulce de Leche dort wo der Käse wäre)

Wieder zurück im Hostel hatte ich noch ein Bisschen Zeit, um alles zusammenzupacken und dann setzte ich mich geradewegs in den kältesten Bus der Südhalbkugel mit der schnatterfreudigsten Dame als Sitznachbarin obendrauf. Zusammengefasst: Ich kam alles andere als erholt, aber trotzdem glücklich, in Buenos Aires an.